Social Media ist verdammt viel Arbeit. Gerade für Selbstständige. Aber auch für Angestellte, die mal eben noch Social machen sollen, ist oft kaum leistbar, was die Plattformen einem abverlangen. Reels, Shorts, TikToks, Tweets, Posts, Stories. Selbst wenn man es nur auf einer Plattform schaffen will, müsste der Arbeitstag noch einmal acht, neun Stunden haben. Mindestens.

Wir sind dieser Herausfoderung beim Social Media Watchblog nicht gewachsen. Die Arbeit am Briefing kostet so viel Zeit, erfordert so viel Tiefgang, dass wir einfach nicht die Kapazitäten haben, noch zusätzlich auf Social Media Welle zu machen. Unser Fokus liegt darauf, einen Newsletter zu publizieren, der im deutschsprachigen Raum seines gleichen sucht. Dafür werden wir bezahlt. Wir arbeiten für unsere Leserïnnen, nicht für die Plattformen. Wir arbeiten auch für uns, weil uns das Thema so interessiert. Wir arbeiten für die Gesellschaft, weil wir um die Bedeutung der Plattformen für den demokratischen Diskurs wissen. Weil wir einen Beitrag zu einer bunteren, schöneren, klügeren Welt leisten wollen. Wir arbeiten nicht für fame.

Sicher, mein Ego hätte auch gern 100.000 Follower auf Instagram. Aber was wäre damit gewonnen? Unser bedingungsloser Fokus auf die Arbeit am Briefing hat über die Jahre dafür gesorgt, dass wir nicht ein einziges Mal Werbung machen mussten. Keine Ads bei Google, keine bei Facebook, LinkedIn oder sonst irgendwo. Keine Social-Media-Strategie, für die wir zusätzliche Anstrengungen unternehmen müssten. Unser Briefing ist gut genug, dass unsere Leserïnnen uns weiterempfehlen. Im Bekanntenkreis, unter Kollegïnnen, auf Social.

Wir haben über all die Jahre immer wieder argwöhnisch auf Accounts von Social-Media-Profis geschaut, die für uns absolut unbegreifliche Reichweiten aufbauen konnten. Mehrere zehntausend Follower auf Instagram oder Twitter führen aber noch lange nicht dazu, dass am Ende auch jemand für das bezahlt, was man im Angebot hat. Auch bei noch so viel öffentlichen Liebesbekundungen. Geld in die Hand zu nehmen, ist dann doch noch einmal etwas ganz anderes als einen Post zu schreiben, auf Like oder Follow zu drücken.

Wir sind zu der Auffassung gelangt, dass es wichtiger ist, für die Menschen zu schreiben, die uns bereits entdeckt haben. Ja, die sich mit einer monatlichen oder sogar jährlichen Zahlung committed haben, uns zu unterstützen. Für sie investieren wir unsere endliche Zeit.

Die Plattformen sind extrem gut darin, uns einzureden, dass wir permanent präsent sein müssen. Dort, wo die Leute sind. Eine Herrschar von Beratern und Marketeers hat keine anderen Inhalte, als uns zu erklären, dass und wie und wann und mit wie viel Content wir auf Social sein müssen. Kann man machen. Macht mir privat ja auch immer mal Spaß. Weil damit kein konkretes Ziel verfolgt wird. Keine KPIs erreicht werden müssen.

Sehr viel wichtiger ist es aber, nicht diejenigen aus den Augen zu verlieren, die dich bereits gefunden haben. Wir schreiben nicht für Reach, nicht für Follower. Wir schreiben für unsere Abonnentïnnen. Ich schreibe für meine Abonnentïnnen.

Was mich aktuell beschäftigt

  • In meiner Dopamin-Ausgabe habe ich anscheinend ein bissl zu sehr den Eindruck erweckt, als wäre ich so ein krasser Social-Media-Junkie. Das war ich früher zu den Hochzeiten von Twitter sicher mal. Aber jetzt bin ich doch schon ziemlich viele Jahre recht wenig auf Social. Mir ging es in meinem Text eigentlich viel mehr um diese allgemeine Gier nach Dopamin-Hits. Die Trigger können da ganz vielseitig sein.
  • In dieser Woche hat mir ein geschätzter Kollege erzählt, welche Rassismus-Erfahrungen er im Alltag erlebt. Auch wenn ich mir einbilde, noch so mitfühlend zu sein, kann ich mir die Dramatik als weißer, blauäugiger Mann Anfang 40 wohl nicht im Geringsten vorstellen. Ich bin so eine Kartoffel. Mir blutet das Herz.

Worauf ich mich freue

  • Am Wochenende fahre ich wahrscheinlich meinen ersten 100er dieses Jahr. Sofern die Gesundheit und das Wetter mitspielt. Das wird schön. Noch schnell neue Reifen und neue Kette drauf und ab geht die Post.
  • In der kommenden Woche setze ich mich mit einem Videographen aus meinem Coworking zusammen, um über ein kleines, aber feines Setup zu sprechen. Testing, testing, one, two. Bin schon sehr gespannt, was daraus folgt. Vielleicht auch nix ¯_(ツ)_/¯

Was ich aktuell feiere

  • Hast du schon einmal von Life of Riza gehört? Vermutlich schon. Ich bin oft recht late to the party. Aber wie cool sind denn bitte ihre Vlogs? So schön! Sean Alami hat sich die Mühe gemacht, ihren Stil zu analysieren. Aber schau selbst:

Hey, willkommen bei der fünften Ausgabe meines persönlichen Newsletters „roh & ungefiltert“. Du erhältst diesen Newsletter, weil du dich dafür angemeldet hast. Wenn du den Newsletter nicht mehr beziehen möchtest, kannst du dich mit einem Klick auf den Link unten im Footer abmelden. Der Newsletter ist kostenlos. Wenn du meine Arbeit unterstützen möchtest, dann am besten, indem du Mitglied beim Social Media Watchblog wirst. Ich freue mich aber auch sehr, wenn du mich auf meiner „roh & ungefiltert“-Seite bei Steady unterstützt oder mir einen Kaffee ausgibst: buymeacoffee.com/martinfehrensen. Many thanks!

Share this post